E.V Keynesianische Wachstumstheorie

 

1. Vorläufer

Schon bald nach Erscheinen von Keynes „General Theory“ wurde man auf folgenden Widerspruch aufmerksam: Auf der einen Seite führt Keynes‘ Theorie – am deutlichsten in der Version des IS/LM-Modells von Hicks (1937), siehe dazu die Rubrik „General Theory“ – bei gegebenen Erwartungen zu einem statischen Gleichgewicht, gekennzeichnet durch ein konstantes Sozialprodukt. Auf der anderen Seite werden in diesem Gleichgewicht Investitionen getätigt, die den Bestand an Sachkapital und damit das Produktionspotential der Volkswirtschaft erhöhen. Bei dieser Konstellation wird folglich der Auslastungsgrad des Sachkapitals immer kleiner. Dies wirft dann die Frage auf, wieso die Unternehmen weiter investieren sollten.

Den ersten Versuch, diesen Widerspruch aufzulösen, unternimmt 1939 der Oxforder Ökonom Roy Harrod (1900-1978), ein wichtiger Diskussionspartner von Keynes. Er entwirft ein dynamisches Modell, in dem sich die Werte der makroökonomischen Variablen im Zeitablauf ändern (können). In einem derartigen Modell muss mindestens eine Variable zeitlich verzögert von einer anderen abhängen, wodurch die Perioden miteinander verknüpft werden.

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